Leitidee

Das Ziel von www.wiki.sportsandscience.de ist ein schneller und evidenzbasierter Wissenstransfer von Themen aus Sportbiologie, Trainingswissenschaft, Biomechanik, Bewegungswissenschaft, Sportdidaktik,  Sportgeschichte, Sportinformatik,  Sportmedizin, Sportökologie, Sport��konomie, Sportpädagogik, Sportphilosophie, Sportpsychologie, Sportrecht, Sportsoziologie und anderer angrenzender Disziplinen!

Nach Gründung der Wissensplattform www.sportsandscience.de im Jahr 2012 wuchs die Nachfrage nach evidenzbasiertem Wissen unter Sportpraktikern und dem wissenschaftlichem Nachwuchs. Im Zeitalter digitaler Medien ermöglicht die Recherche in den unterschiedlichsten Datenbanken eine explosionsartige Zunahme an Wissen. Die weltweit größte biomedizinische Datenbank PubMed (http://www.ncbi.nlm.nih.gov) füllt sich täglich mit neusten Erkenntnissen die u.a. für die Sportpraxis von Interesse sind. Die Stichwortsuche z.B. nach „aerobic exercise“ ergab im Jahr 2012 mehr als 15000 Veröffentlichungen. Im Jahr 1967 waren es lediglich 713 Studien. Die jährlich produzierte Datenmenge vermag selbst ein(e) „Experte(in)“ kaum mehr zu überblicken bzw. entsprechende Empfehlung für die Praxis auszusprechen.

In der Medizin hat sich schon seit längerem der Begriff „evidenzbasierte Medizin (engl: „evidence-based“)“ etabliert, bei der entsprechende Behandlungsmaßnahmen auf der Grundlage empirisch nachgeprüfter Wirksamkeit getroffen werden [1]. Das Ziel ist eine hierarchisch angelegte Bewertungsskala von Wissensquellen zu generieren um entsprechende, nach dem Stand des Wissens, optimale Intervention zu empfehlen. Entsprechend der Bewertungsskala werden verschiedene Qualitätsstufen, sogenannte Evidenzklassen definiert. Dabei besitzen Studien der Klasse Ia höchste Evidenz, Studien/Expertenmeinungen der Klasse IV die geringste Evidenzstufe. Für eine „so gut wie gesicherte“ Interventionsempfehlung gelten daher Studien der Stufe I.

Evidenzklasse Charakterisieung
Ia Mindestens eine Metaanalyse mit hochwertig integrierten Studien (randomisiert & kontrolliert)
Ib Mindestens eine methodisch hochrangige randomisierte & kontrollierte Studie
IIa Mindestens eine Studie ohne Randomisierung
IIb Mindestens eine Studie im Sinne einer quasi-experimenteller Studie
III Mehr als eine nichtexperimentelle Studie (z.B. Vergleichsstudien, kontrollirte Fall-Studien)
IV Meinungen, Positionspapier von Experten und/oder Gremien
V Case Study (Fallstudie) oder Expertenmeinungen

Die sportwissenschaftliche Forschung ist äußert facettenreich, schnelllebig, und noch relativ jung, was zur Folge hat, dass gestandene sportwissenschaftliche Studien mit einer Evidenzklasse V im Vergleich zu klinischen Studien eher rar sind. Hieraus resultieren häufig Fehlannahmen, Aberglaube, Skepsis und ungenügende Kenntnis über die Effekte und Mechanismen neuer Interventionsmaßnahmen und Technologien im Sport.

Vor diesem Hintergrund ist es das Ziel des digitalem Wissenstransfers auf www.wiki.sportsandscience.de:

  1. komplexes (sport-)wissenschaftliches Wissen aus entsprechenden Datenbanken zu aggregieren;
  2. die evidenzbasierte Effekte aktueller Interventionsmaßnahmen, -methoden,- konzepte und Technologien mit dem wissenschaftlichen Nachwuchs und der wissenschaftlichen und sportpraktischen „Community“ kritisch zu kommentieren;
  3. die potenziellen Vor- und Nachteile dieser Maßnahmen zeitnah und verständlich an Praktiker weiterzugeben und
  4. neue evidenz-basierte Impulse für das Wirken des wissenschaftlichen Nachwuchses und der Sportpraxis zu initiieren.

 

1. Sackett, D.L., et al., Evidence based medicine: what it is and what it isn’t. BMJ, 1996. 312(7023): p. 71-2.