Rückenmark  

Das Rückenmark ist ca. 40-45 cm lang und 1 cm dick und zieht vom Hinterhauptsloch bis zum ersten Lendenwirbel. Wie im Querschnitt zu erkennen, besteht das Rückenmark aus der grauen (Nervenzellen) und der weißen zentralen Substanz (Leitungs- und Nervenbahnen), die peripher liegt. Die graue Substanz wird weiter in ein vorderes, ein hinteres und ein mittleres Horn differenziert (siehe Abbildung). In das Hinterhorn treten sensorische Nervenfasern ein und motorische Fasern treten über das Vorderhorn wieder aus. So erhält das Hinterhorn sensorische Afferenzen, die in eine motorische Efferenz umgesetzt werden.

Rückenmark

Abbildung 1: Senso-Motorisches Modell des Rückenmarks

Die Hauptaufgabe des Rückenmarks besteht in der Ausführung banaler Haltungs- und Bewegungsaufgaben. Die „funktionelle Einheit“ ist dabei der Reflex, der eine schnelle motorische Antwort auf einen sensorischen Reiz darstellt. Grund für die besonders schnelle Reaktion ist, dass nur eine Synapse zwischen Sensor und der Muskulatur liegt (monosynaptischer Reflex). Empfängt bspw. ein Dehnungssensor, der mit dem Rückenmark verbunden ist, eine zu starke Erregung/Dehnung wird das Signal direkt an das Vorderhorn weitergeleitet, wo das Signal über ein Motoneuron in eine motorische Antwort (Kontraktion des Muskels gegen die dehnende Kraft) übersetzt wird. Es gibt sowohl hemmende als auch fördernde Reflexmuster. Veränderte neuro-muskuläre Aktivierung auf spinaler Ebene können u.a. auch ursächlich für Ermüdung sein  [1]

Einzelnachweise

  1. Gandevia, S.C., Spinal and supraspinal factors in human muscle fatigue. Physiol Rev, 2001. 81(4): p. 1725-89.→ http://physrev.physiology.org/content/81/4/1725