Aktivitätssensor  

Bewegungs- und Aktivitätssensoren dienen der Erfassung von körperlicher Aktivität. Neben der Erfassung der körperlichen Aktivität über subjektive Erhebungsmethoden (Tagebücher, retrospektive Interviews, Fragebögen) erlauben objektive Messmethoden einen weniger verzerrten, vom Effekt der sozialen Erwünschtheit unbetroffenen Zugang zu den erhobenen Daten[9] und erhöhen somit die Validität und Reliabilität.[10] Im klinischen Setting hat sich die Messung mittels Aktivitätssensoren bewährt und ist aufgrund der einfachen, non-invasiven Methodik weit verbreitet.[4][6][8][12] Prinzipiell scheinen triaxiale Aktivitätssensoren die zuverlässigsten Ergebnisse über niedrig-intensive Aktivitätsniveaus (z.B. Sitzen, langsames Gehen etc.) zu liefern, was im klinischen Kontext bedeutsam ist.[5][7][12]

Schrittzähler

Schrittzähler (z.B. von Omron), auch Pedometer genannt, sind einfache, kleine Geräte die (meistens) an der Hüfte angebracht werden und über eingebaute Metallteile, die beim typischen Hin- und Herschaukeln bei Fortbewegung die Schrittzahl erfassen. Sie gelten als eher ungenau und können leicht manipuliert werden.

SenseWear

Der Aktivitätsmesser SenseWear, entwickelt von der Firma BodyMedia (BODYMEDIA, Pittsburgh, Pennsylvania, USA), wird als Armband am Trizeps des linken Oberarmes angebracht. SenseWear misst über den integrierten Sensor die Beschleunigung triaxial und sammelt zusätzliche Informationen über den Hautwiderstandes per Hautsensor (Galvanic Skin response GSR), die Haut- und Körpertemperatur, Wärmestrom und die Schrittanzahl. Der Energieverbrauch wird über einen herstellerspezifischen Algorithmus errechnet. Da das Gerät kein Inklinometer besitzt, wird lediglich die Liegedauer („in bed“ und „out of bed“) ermittelt, ohne die Schlafqualität oder –störungen zu berücksichtigen. Dennoch gilt das SenseWear-Armband als zuverlässiges Gerät zum Schlaf Monitoring.[2][11] Die Software SenseWear Professional berechnet u.a. folgende Parameter: Energieumsatz, Liegedauer, Dauer der körperlichen Aktivität (> 3 MET), Mittelwert des Energieumsatzes in MET. Die Speicherkapazität hängt sehr stark von der Auswahl der Messrate ab und variiert je nach Einstellung zwischen 2 Stunden und 34 Tagen. Laut Hersteller ist die ununterbrochene Datenaufzeichnung unter Berücksichtigung der Batterielebezeit 4 bis 7 Tage möglich.[3]

Actigraph Aktivitätssensoren

Alle Actigraphen (ACTIGRAPH LLC, Ford Walton Beach, Pensacola Florida, USA) wurden entwickelt, um menschliche Bewegungen und den Energieaufwand während körperlicher Aktivität bzw. Inaktivität, des Schlafens und alltäglichen Aktivitäten zu erheben. Laut des Herstellers empfiehlt sich das Tragen aller Actigraphen an der Hüfte; ggfls. mit elastischem Gürtel. Zum Schlafmonitoring können die Actigraphen am Handgelenk, am Fußknöchel oder am Arm angebracht werden.[1]

Der AM7164 ist das älteste Modell und misst als uniaxialer Accelerometer Beschleunigungen in der vertikalen Ebene.

Das Nachfolgermodell GT1M des AM7164 verfügt über technische Updates und Erweiterungen. Der uniaxiale Accerlerometer misst u.a. Schritte, PA-Level, den Energieaufwand und die Schlafdauer.

Der GT3X+ (Größe: 38 x 37 x 18 mm; Gewicht: 27 g) beinhaltet ein microelektrisches mechanisches System (MEMS) und ist in der Lage die Orientierung im Raum über das Inklinometer zu detektieren (Codierung: 0= Gerät aus, 1= stehend, 2= horizontal liegend, 3= sitzend). Dadurch kann eine differenzierte Betrachtung der verschiedenen Ruheaktivitäten erfolgen.

Smartphone-Apps und Fitnesstools

Heutzutage stehen zahlreiche Tracking-, Fitness- und Sport-APPs zur Verfügung, die den Smartphone Usern ebenfalls ein Bewegungsmonitoring z.B. über GPS-Tracking ermöglichen, zur Trainingssteuerung und –aufzeichnung und als Motivationshilfe dienen sollen. Diverse Firmen haben sogenannte Loops (z.B. Loop von Polar) oder Bands (z.B. Fuelband von Nike) auf den Markt gebracht, die mithilfe des Smartphones umfangreiche Funktionen des Aktivitäts- und Schlafmonitorings besitzen.

Einzelnachweise

  1. Actigraph Service (2012): Actigraph GT3X+ and wGT3X+ Device Manual. Florida. Online verfügbar unter www.actigraph.com.→ http://www.actigraphcorp.com/wp-content/themes/ActiGraphFE2012/media/2013/05/GT3X-wGT3X-Device-Manual.pdf
  2. BaHammam, A. S.; Sharif, M. M. (2013): Sleep estimation using BodyMedia′s SenseWear™ armband in patients with obstructive sleep apnea. In: Ann Thorac Med 8 (1), S. 53. DOI: 10.4103/1817-1737.105720.→ http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3573559/
  3. Bodymedia Inc. (2010): Sensewear Armband and Display Manual. Armband Model MF-SW Display Model DD100.
  4. Butte, N. F.; Ekelund, U.; Westerterp, K. R. (2012): Assessing physical activity using wearable monitors: measures of physical activity. In: Med Sci Sports Exerc 44 (1 Suppl 1), S. S5-12. DOI: 10.1249/MSS.0b013e3182399c0e.→ http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3245520/
  5. Carr, L. J.; Mahar, M. T. (2012): Accuracy of intensity and inclinometer output of three activity monitors for identification of sedentary behavior and light-intensity activity. In: J Obes 2012, S. 460271. DOI: 10.1155/2012/460271.→ http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22175006
  6. John, D.; Freedson, P. (2012): ActiGraph and Actical Physical Activity Monitors. In: Medicine & Science in Sports & Exercise 44, S. S86. DOI: 10.1249/MSS.0b013e3182399f5e.→ http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22157779
  7. Rabe, K. F.; Hurd, S.; Anzueto, A.; Barnes, P. J.; Buist, S. A.; Calverley, P. et al. (2007): Global Strategy for the Diagnosis, Management, and Prevention of Chronic Obstructive Pulmonary Disease. In: Am J Respir Crit Care Med 176 (6), S. 532–555. DOI: 10.1164/rccm.200703-456SO.→ http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17507545
  8. Ried-Larsen, M.; Brønd, J. C.; Brage, S.; Hansen, B. H.; Grydeland, M.; Andersen, L. B.; Møller, N. C. (2012): Mechanical and free living comparisons of four generations of the Actigraph activity monitor. In: Int J Behav Nutr Phys Act 9, S. 113. DOI: 10.1186/1479-5868-9-113.→ http://www.ijbnpa.org/content/9/1/113
  9. Schnell, R.; Hill, P. B.; Esser, E. (2011): Methoden der empirischen Sozialforschung. In: Methoden der empirischen Sozialforschung.
  10. Shephard, R. J. (2003): Limits to the measurement of habitual physical activity by questionnaires * Commentary. In: British Journal of Sports Medicine 37 (>3), S. 197–206. DOI: 10.1136/bjsm.37.3.197.→ http://bjsm.bmj.com/content/37/3/197
  11. Sunseri, M.; Liden, C. B.; Farringdon, J.; Pelletier, R. (2013): The SenseWear Armband as a Sleep Detection Device. Hg. v. Bodymedia Inc. Pittsburgh, USA.→ http://www.bodymedia.com/Professionals/Whitepapers/The-SenseWear-armband-as-a-Sleep-Detection-Device
  12. van Remoortel, H.; Raste, Y.; Louvaris, Z.; Giavedoni, S.; Burtin, C.; Langer, D. et al. (2012): Validity of six activity monitors in chronic obstructive pulmonary disease: a comparison with indirect calorimetry. In: PLoS ONE 7 (6). DOI: 10.1371/journal.pone.0039198.→ http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3380044/