Countermovement Jump  

Der Countermovement Jump (CMJ) ist ein Sprungtest welcher zur Diagnostik der Explosivkraft der unteren Extremitäten verwendet wird.[1] Ausgeführt auf einer Kraftmess- oder Kontaktplatte können Sprunghöhe und Flugzeit ermittelt werden.[1] Die Reliabilität des CMJ wird mit einer Intra-Klassen-Korrelation (ICC) von 0.93 angegeben.[1]

Bewegungsausführung

Aus einer aufrechten Position mit hüftbreitem Stand erfolgt eine schnelle Absenkung des Körperschwerpunkts (KSP) durch Flexion in den Fuß-, Knie und Hüftgelenken. Diese Bewegung geht ohne eine dazwischenliegende Pause in eine schnelle Ganzkörperstreckung über. Daraus resultiert eine Anhebung des KSP und ein Sprung erfolgt. Die Arme werden entweder in die Hüfte gestützt oder als Schwungelemente eingesetzt.[2]

Durch die aufeinanderfolge von exzentrischer und konzentrischer Muskelkontraktion wird die Kraft in der konzentrischen Phase auf Grundlage des Dehnungsverkürzungszyklus erhöht.[1][6] Ebenfalls wird durch das schnelle absenken des KSP (Verformungs-) Energie in Sehnen und Bändern gespeichert, welche bei der Körperstreckung wieder abgegeben wird.[7] Aufgrund des Dehnungsverkürzungszyklus sowie der gespeicherten Energie in Sehnen und Bändern werden höhere Sprungwerte erzielt.[3]

Datenanalyse

Bei Messungen mittels Kraftmessplatten zeigt der CMJ eine typische Kraft-Zeit-Kurve, welcher in Abbildung 1 dargestellt ist.

CMJ_Pic

Abbildung 1: Kraft-Zeit-Kurve des CMJ; A= Exzentrische Phase, B= Konzentrische Phase, C= Flugzeit.

Die Sprunghöhe kann über die Flugzeit oder durch Integration des Kraftimpulses bestimmt werden.[4]

Formel zur Bestimmung der Sprunghöhe durch Integration des Kraftimpulses:[4]

Formel_Integration_CMJ

(H=Höhe, v= Geschwindigkeit beim Absprung, g= Gravitationskraft)

 Formel zur Bestimmung der Sprunghöhe über die Flugzeit:[4]

Formel_Flugzeit_CMJ

(H=Höhe, tFlug= Flugzeit, g= Gravitationskraft)

Die Formel zur Bestimmung der Sprunghöhe über die Flugzeit nimmt an, dass jeweils die Hälfte der Flugzeit für das anheben des KSPs zur höchsten Position und das absenken des KSP in den Stand benötigt wird. Dies ist allerdings nur der Fall, wenn Absprung und Landeposition des Athleten exakt gleich sind.[4] Häufig sind jedoch Sprung- und Kniegelenke bei der Landung zur Dämpfung des Aufpralls gebeugt.[4][5] Damit wird für die Absenkung des KSP nach erreichen des Scheitelpunktes mehr Zeit benötigt, als bei dessen Anhebung. Aus Gründen der Reliabilität wird Praktikern bei der Durchführung des CMJ geraten, die Absprung- und Landeposition der Athleten genau zu überprüfen, wenn die Sprunghöhe über die Flugzeit berechnet wird.

Einzelnachweise

  1. Slinde, F., Suber, C., Suber, L., Edwen, CE & Svantesson, U. (2008). Test-retest reliability of three different countermovement jumping tests. Journal of strength and conditioning research / National Strength & Conditioning Association 22 (2), 640-644.→ http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18550985
  2. Harman, E., Rosenstein, M., Frykman, P., & Rosenstein, R. (1990). The effects of arms and countermovement on vertical jumping. Med Sci Sports Exerc , 22 (6), 825-833→ http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2287261
  3. Komi, PV., Bosco, C.(1978). Utilization of stored elastic energy in leg extensor muscles by men and women. Med Sci Sports 10: 261-65→ http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/750844
  4. Kibele, A. (1998) Possibilities and Limitations in the Biomechanical Analysis of Countermovement Jumps: A Methodological Study. J Appl Biomech. 14, 105-117→ http://www.humankinetics.com/acucustom/sitename/Documents/DocumentItem/2406.pdf
  5. Nuzzo, JL., Anning, JH., Scharfenberg, JM., (2011). The Reliability of three devices used for measuring vertical jump height. J Strenght Cond. 25 (9), 2580-2590.→ http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21804426
  6. Hay, JG. (2000). Length changes of Muscle-Tendon Units during Athletic Movement. In: Biomechanics and biology of movement. Nigg, BM., MacIntosh, BR., Mester, J., (Hrsg.) Champaign: Human Kinetics..
  7. Alexander, RMcN. (2000). Storage and Release of Elastic Energy in the Locomotor System and the Stretch-Shortening Cycle. In: Biomechanics and biology of movement. Nigg, BM., MacIntosh, BR., Mester, J., (Hrsg.) Champaign: Human Kinetics..