Hämodynamik  

Hämodynamik- Determinanten der kardialen Pumpleistung

Das Thema Hämodynamik verlangt sehr gute und profunde Kenntnisse in der Physiologie des Herzens und des Gefäßsystems [1]. Um die hämodynamische Situation zu erfassen stehen verschiedene Messmethoden zur Verfügung, welche sich in der Sportmedizin meist auf „nicht-invasive Untersuchungsmethoden“ beschränken [2]. In der Medizin und insbesondere in der Intensivmedizin werden die Determinanten der kardialen Pumpleistung durch invasive (Herzkatheter) und nicht-invasive Messmethoden (Echokardiographie) bestimmt [2]. Die Untersuchung der hämodynamischen Determinanten setzt eine gute Zusammenarbeit zwischen Sportwissenschaftler und Kardiologen / Intensivmediziner voraus.

Inotropie

Als Inotrophie bezeichnet man die Schlagkraft bzw. die Kontraktilität des Herzens. Die Inotropie des linken Herzens kann anhand des Linksherzkatheters bestimmt werden (maximale Druckanstiegsgeschwindigkeit (dp/dt) in der isovolumetrischen Anspannungsphase; linksventrikuläres Volumen). Die Auswurf- oder Ejektionsfraktion (EF = enddiastolisches Volumen – endsystolisches Volumen / enddiastolisches Volumen) kann zum einen invasiv (Linksherzkatheter, Lävokardiographie) oder nicht-invasiv mittels Echokardiographie bestimmt werden. Die Beurteilung der Inotropie des rechten Herzens (rechtsventrikuläre Pumpfunktion) erfolgt meist anhand der Echokardiographie (ggf. Herz-MRT) durch die Bestimmung der sog. TAPSE (tricuspid anular plane excursion). Die TAPSE, welche zur Quantifizierung der longitudinalen Verkürzung des rechten Ventrikels als Komponente der systolischen Funktion herangezogen wird, korreliert direkt mit der rechtsventrikulären Ejektionsfraktion.

Vorlast (preload)

Die Vorlast bezeichnet die enddiastolische Wandspannung und wird durch die Beurteilung der Volumenbelastung beurteilt. Als Parameter der Vorlast dient das enddiastolische Volumen. Die rechtsventrikuläre Vorlast wird durch den zentralen Venendruck in der oberen Hohlvene wiedergespiegelt. Die linksventrikuläre Vorlast ist durch das linksventrikuläre enddiastolische Volumen oder den Lungenkapillaren-Verschlussdruck definiert.

Nachlast (afterload)

Die Nachlast bezeichnet die endsystolische Wandspannung (systolisches Wandspannungsintegral) und wird anhand der Druckbelastung bzw. des Auswurfwiderstandes beurteilt. Als Parameter der Nachlast dienen daher Drücke und Widerstände (linksventrikuläre Parameter: mittlerer systolischer Blutdruck oder peripherer systemischer Gefäßwiderstand; rechtsventrikuläre Parameter: mittlerer pulmonalarterieller Blutdruck oder pulmonaler Gefäßwiderstand).

Herzfrequenz

Die Herzfrequenz bezeichnet die Häufigkeit des Herzschlages pro Zeiteinheit. Die Herzfrequenz ist einfach durch Pulszählen zu bestimmen, besser jedoch eignen sich EKG-Monitoring oder die Pulsoxymetrie.

Einzelnachweise

  1. Michels G, Kochanek M. Repetitorium Internistische Intensivmedizin. 2. Auflage. Springer-Medizin-Verlag. 2011→ http://download.springer.com/static/pdf/873/bfm%253A978-3-642-16841-3%252F1.pdf?auth66=1423599462_11dd5cf4ef6ed275da4738818dabe3e6&ext=.pdf
  2. Michels G, Jaspers N. Notfallsonographie. 1. Auflage. Springer-Medizin-Verlag. 2014