Patellaspitzensyndrom  

Definition und Ursachen

Das Patellaspitzensyndrom (PSS; engl.: Jumpers Knee)[1] ist eine chronische Überlastung der Patellasehne im Bereich des Knochensehnenübergangs,[2] von der besonders Athleten aus Sportarten mit Sprungbelastungen und Richtungswechseln wie beispielsweise Volleyball, Basketball, Tennis oder Fußball betroffen sind.[2] Die Folgen des PSS sind die Degeneration der Sehne am Knochensehnenübergang und die funktionalen Einschränkung des Sportlers.[1] Mit anhaltender Dauer werden die Schmerzen größer, bis es zum Riss der Patellasehne kommen kann. Der Verlauf des PSS kann in 4 Grade unterteilt werden:[2]

Grad 1: Schmerz nach Beendigung der Belastung.

Grad 2: Schmerz bei Beginn der Belastung, der nach der Aufwärmzeit verschwindet und nach Belastungsende wieder auftritt.

Grad 3: Permanenter Schmerz.

Grad 4: Patellarsehnenruptur; Riss der degenerierten Patellarsehne.

Als Ursache für das PSS werden Überlastungen der Patellasehne,[6][1] muskuläre Dysbalancen oder verminderte Dehnfähigkeit der Muskulatur genannt.[2]

Therapiemaßnahmen

In der Literatur finden sich verschiedene Therapiemaßnahmen zur Behandlung des PSS: Belastungsanpassungen,[1] manuelle Therapie,[2][3] Elektrotheraphie,[2][3] Kräftigung[2] und Dehnung [3] der ischiocrucalen Muskulaur. Auch Operationen sind möglich.[4]

In einer Studie konnte gezeigt werden, dass  die Behandlung mittels Ultraschall keinerlei Effekt hat. Den größten Erfolgt scheint langsames und exzentrisches Krafttraining bei einer chronischen Patellasehnenreizung zu versprechen.[6] Übungen, die mittels dieser Krafttrainingsmethode Anwendung finden, sind: Beidbeinige Kniebeuge, Beinpresse, hack squat.[4][5]

Ein möglicher Aufbau einer Therapie beinhaltet 36 Einheiten in 12 Wochen.[4] Die Wiederholungsanzahl der Übungen pro Satz wird kontinuierlich über die Wochen gesenkt (von 15 auf 6). Dabei  ist von dem Therapeuten auf korrekte Ausführung in der exzentrischen und konzentrischen Phase unter Ausnutzung des vollen Bewegungsumfangs (engl.: full range of motion) zu achten. Schmerzen im Knie sind während des Trainings gestattet, jedoch sollen diese sich nach Beenden der Trainingseinheit nicht verstärken.

Einzelnachweise

  1. Ostermeier, S. & Becher, C. (2011). Vorderes Knieschmerzsyndrom. Patellofemoraler Schmerz – Patellare Instabilität. Köln: Deutscher Ärzte-Verlag.
  2. Plesch, C., Sieven, R. & Trzolek, D. (2009). Handbuch Sportverletzungen. (2. Auflage). Aachen: Meyer & Meyer Verlag.
  3. Buchbauer, J. & Steininger, K. (2008). Funktionelles Kraftaufbautraining in der Rehabilitation. Komplette Programme zum medizinischen Aufbautraining. (6. überarbeitete Auflage) München: Urban & Fischer.
  4. Konsgaard, M., Kovanen, V., Aagaard, P., Doessing, S., Hansen, P., Laursen, H., Kaldau, N. C., Kjaer, M. & Magnusson, S. P. (2009). Corticosteroid injections, eccentric decline squat training and heavy slow resistance training in patellar tendinopathy. Scandinavian Journal of medicine & science in sports, 19, 790-802.→ http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19793213
  5. Konsgaard, M., Qvortrup, K., Larsen, J., Aagaard, P., Doessing, S., Hansen, P., Kjaer, M. & Magnusson, P. (2010). Fibril Morphology and Tendon Mechanical Properties in Patellar Tendinopathy: Effects of Heavy Slow Resistance Training. The American Journal of Sports Medicine, 38, 749-56. 53→ http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20154324
  6. Larsson, M.E., Käll, I. & Nilsson-Helander, K. (2012). Treatment of patellar tendinopathy -- a systematic review of randomized controlled trials. Knee surgery, sports traumatology, athroscopy: official journal of the ESSKA, 20, 1632-46.→ http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22186923