Periodisierung  

In der Trainingswissenschaft wurden in der Vergangenheit mehrere Trainingsmodelle mit variierender Belastungsintensität zur Leistungsverbesserung beschrieben.[1][2][3][4] Ein Trainingsprinzip, welches eher auf der Basis logischer Überlegung als empirische Evidenz basiert, ist die periodische Veränderung von Reizen (d.h. Veränderungen der Intensität und des Umfangs bzw. der Trainingsdichte), um die Leistung in kurzfristigen Abschnitten, sogenannten Mikrozyklus (innerhalb Tage oder eine Woche), mittelfristigen Perioden (Mesozyklus: Wochen bis zu 1-2 Monate) oder langfristigen Zyklen (Makrozyklus: meist 2-3 Mesozyklen mit unterschiedlichem Trainingsinhalt) zu optimieren. Ziel der Variation ist 1.) die Entwicklung verschiedener Leistungskenngröße mit ausreichender Erholung[1] und 2.) Vermeidung von Trainingsgewohnheiten und Monotonie.

In diesem Zusammenhang wurden verschiedene Periodisierungsmodelle vorgeschlagen, beispielsweise lineare vs nicht-lineare, traditionelle vs geblockte Formen.[1][2] Allerdings wird die wissenschaftliche Evidenz vehement diskutiert,[4][5] da Trainingsanpassungen sehr individuell sind und nicht durch Modelle verallgemeinert werden können.[4] Dennoch ermöglicht die Variation von Trainingsimpulsen, ob strukturiert oder flexibel, eine nahezu unerschöpfliche Möglichkeiten, Trainingsanpassungen mit ausreichender Erholungszeit je nach Trainingsziel personenadäquat zu entwickeln. So ist es z.B. möglich mit unterschiedlicher Intensität und Dauer (Hochintensives Intervalltraining, kurz HIIT vs niedrig-intensives Ausdauertraining) ähnliche wesentliche Anpassungen (z.B. Mitochondriendichte sowie Glukosetransport in der Skelettmuskulatur) bei Ausdauerathleten auszulösen.[6]

Einzelnachweise

  1. Issurin, V.B., New horizons for the methodology and physiology of training periodization. Sports Med, 2010. 40(3): p. 189-206.→ https://esthermorencos.files.wordpress.com/2013/03/new-horizons-periodization.pdf
  2. Issurin, V., Block periodization versus traditional training theory: a review. J Sports Med Phys Fitness, 2008. 48(1): p. 65-75.→ http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18212712
  3. Fleck, S.J., Non-linear periodization for general fitness & athletes. J Hum Kinet, 2011. 29A: p. 41-5.→ http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3588896/
  4. Kiely, J., Periodization paradigms in the 21st century: evidence-led or tradition-driven? Int J Sports Physiol Perform, 2012. 7(3): p. 242-50.→ http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22356774
  5. Kiely, J., New horizons for the methodology and physiology of training periodization: block periodization: new horizon or a false dawn? Sports Med, 2010. 40(9): p. 803-5; author reply 805-7.→ http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20806489
  6. Laursen, P.B., Training for intense exercise performance: high-intensity or high-volume training? Scand J Med Sci Sports, 2010. 20 Suppl 2: p. 1-10.→ http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20840557