Reliabilität  

Begriffsbestimmung

Die Reliabilität (engl. reliability) bezeichnet die formale Messgenauigkeit eines Messinstruments / Testverfahrens[7] und gehört neben Validität und Ökonomie zu den Hauptgütekriterien. Häufig wird Reliabilität auch unter den Begriffen Wiederholbarkeit, Reproduzierbarkeit, Stabilität oder Beständigkeit geführt.[5] Es lässt sich zwischen Test-Retest Reliabilität (Reliabilität bei wiederholten Messungen) und Inter-Rater-Reliabilität (Reliabilität bei verschiedenen „Bewertern“ einer Situation) unterscheiden.

Der Reliabilität liegt die Annahme zugrunde, dass jedes Messergebnis sich aus dem wahren Wert und einem Fehlerwert zusammensetzt.[7] Da diese nie isoliert voneinander gemessen werden können, muss mittels Reliabilitätsprüfung ein typischer Fehlerwert gefunden werden,[1][7] aus dem sich der wahre Wert annähernd genau bestimmen lässt.[3] Je kleiner der Fehlerwert, desto näher ist der gemessene Wert an dem wahren Wert, desto präziser das Messinstrument / Testverfahren. Nur wenn eine ausreichende Reliabilität gegeben ist, kann ein Messinstrument / Testverfahren in einer Leistungsdiagnostik Anwendung finden.[2] Ebenso gilt die Reliabilität als Voraussetzung für die Validität.[4]

Fehlerwert

Der Fehlerwert einer Messung unterteilt sich in einen systematischen und einen zufälligen Fehler.

Zufällige Fehler entstehen durch unkontrollierte Einflussfaktoren[5] wie z.B variierende Umwelteinflüsse (Temperatur, Luftfeuchte, Lichtverhältnisse), Musik oder Vorbelastung.

Ein systematischer Fehler kann Atkinson und Nevill (1998) zufolge durch das Studiendesign oder die Messung selbst entstehen und gibt an, in welche Richtung sich die Ergebnisse tendenziell entwickeln.[5] Beispielsweise kann durch die alleinige Durchführung von Messungen ein Lerneffekt bei den Athleten erzielt werden, der zu einer Verbesserung aller nachfolgenden Messungen führt.[6]

Einzelnachweise

  1. Bös, K. (1987) Handbuch sportmotorischer Tests. Göttingen: Verlag für Psychologie.
  2. Carling, C., Le Gall, F & Dupont, G. (2012). Analysis of repeated high-intensity running performance in professional soccer. Journal of sports sciences 30 (4), 325-336.→ http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22248291
  3. Hopkins, WG. (2000). Measures of reliability in sports medicine and science. Sports Medicine 30 (1), 1-15.→ http://www.sportsci.org/resource/stats/Hopkins_SportsMed_rely_00.pdf
  4. O'Reilly, J & Wong, SH. (2012). The development of aerobic and skill assessment in soccer. Sports Medicine 42 (12), 1029-1040.→ http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23046223
  5. Atkinson, G & Nevill, AM. (1998). Statistical methods for assessing measurement error (reliability) in variables relevant to sports medicine. Sports Med 26 (4), 217-238.→ http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9820922
  6. Stone, KJ., Oliver, JL., Hughes, MG., Stembridge, MR., Newcombe, DJ & Meyers, RW. (2011). Development of a soccer simulation protocol to include repeated sprints and agility. International journal of sports physiology and performance 6 (3), 427-431.→ http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21911867
  7. Singer, R, Ungerer-Röhrich, U. (2003). Test. In Röthig P, Prohl, R., Carl, K., Kayser, D., Krüger, M., Scheid, V. (Hrsg.), Sportwissenschaftliches Lexikon (S. 594-597). Schorndorf: Hoffmann Verlag.