Stressfragebogen PSS14  

Zur Erhebung des subjektiv wahrgenommenen Stresses und erlebten Belastungen kann die Stress-Skala (im Englischen: Perceived Stress Scale, PSS-14), die 14 Fragen beinhaltet, herangezogen werden.[2] Die deutsche Adaptation von Büssing (2011) erhebt, inwiefern Personen ihre Lebenssituation als überlastet, unkontrollierbar und unvorhersehbar einschätzen.[4] Der Gesamtscore setzt sich aus sieben positiv (4 bis 7, 9 bis 10 und 13) und sieben negativ formulierten Items zusammen, die auf einer fünfstufigen Likert-Skala von 0= niemals bis 4= sehr oft eingeschätzt werden müssen, wobei die positiven Items umgekehrt gewichtet werden. Es kann eine Gesamtpunktzahl von 0 bis 56 Punkten erreicht werden. Höhere Gesamtscores korrespondieren mit stärker empfundenem Stress.[1]

Wenn die PSS innerhalb eines kurzen Zeitraumes (zwei Tage) angewendet wird, resultiert die Test-Retest-Reliabilität eher in schwachen Korrelationen, da das wahrgenommene Stressniveau von täglichen Auseinandersetzungen, kurzzeitigen Störungen und der Verfügbarkeit der Bewältigungsstrategien beeinflusst wird, deren Variabilität über einen kurzen Zeitraum sehr hoch ist. Wird die PSS über einen größeren Zeitraum (sechs Wochen) verwendet, kann eine moderatere Test-Retest-Reliabilität aufgezeigt werden.[2] Dennoch hat sich die Verwendung der Skala – auch im sportlichen Kontext – als valide und reliabel behauptet, um stress-provozierende Situationen und deren Auswirkungen auf das eigene Empfinden zu bestätigen.[2]

Von hohen Werten im Gesamtscore sollte nicht auf erhöhte Cortisol-Level zurück geschlossen werden, da in früheren Studien kein signifikanter Zusammenhang zwischen dem subjektiv wahrgenommenem Stress und der tatsächlichen Cortisol-Erhöhung bestätigt werden konnte.[3][5]

Einzelnachweise

  1. Andreou, E.; Alexopoulos, E. C.; Lionis, Ch.; Varvogli, L.; Gnardellis, Ch.; Chrousos, G. P.; Darviri, Ch. (2011): Perceived Stress Scale: Reliability and Validity Study in Greece. In: IJERPH 8 (12), S. 3287–3298.→ http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3166743/
  2. Cohen, S.; Kamarck, T.; Mermelstein, R. (1983): A Global Measure of Perceived Stress. In: Journal of Health and Social Behavior 24 (4), S. 385–396.→ http://www.psy.cmu.edu/~scohen/globalmeas83.pdf
  3. Malarkey, W. B.; Pearl, D. K.; Demers, L. M.; Kiecolt-Glaser, J. K.; Glaser, R. (1995): Influence of academic stress and season on 24-hour mean concentrations of ACTH, cortisol, and beta-endorphin. In: Psychoneuroendocrinology 20 (5), S. 499–508.→ http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7675934
  4. Reiner, M.; Niermann, C.; Krapf, F.; Woll, A. (2013): Stress, Sport und Beschwerdewahrnehmung. Puffereffekte von Sport und köperlicher Aktivität? In: Sportwiss, S. 1–12.
  5. van Eck, M.; Berkhof, H.; Nicolson, N.; Sulon, J. (1996): The effects of perceived stress, traits, mood states, and stressful daily events on salivary cortisol. In: Psychosom Med 58 (5), S. 447–458.→ http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8902896