Superkompensationsmodell  

Das Superkompensationsmodell wurde mittels Tierversuchen entwickelt und liefert einen Ansatz zur Erklärung von Adaptationsprozessen in Folge auf einen Trainingsreiz, gilt heutzutage jedoch als veraltet.[1]

Grundlage

Während des Trainings werden in katabolen Stoffwechselprozessen komplexe Moleküle abgebaut.[2] Im Laufe dieser Phase sinkt ermüdungsbedingt die Leistungsfähigkeit. Der anschließende Erholungszeitraum nach dem Training dient der Regeneration. In dieser anabolen Phase soll laut Superkompensationsmodell die Leistungsfähigkeit auf das Ausgangsniveau und darüber hinaus gesteigert werden. Der Abschnitt in dem die Leistungsfähigkeit das ursprüngliche Niveau überschreitet, wird als Superkompensation bezeichnet.[3] Erfolgt in dem Bereich der Superkompensation kein erneuter Trainingsreiz, fällt das Leistungsniveau wieder den Ausgangswert. Die optimale neue Belastung muss auf den Höhepunkt der Superkompensationsphase ausgelegt sein.[4]  Werden weitere Trainingsreize in geeigneter Folge gesetzt, erhöht sich somit die sportliche Leistungsfähigkeit.

 Kritik

Das Superkompensationsmodell suggeriert neben der Möglichkeit einer exakten Trainingsplanung  einen linearen Anstieg der Leistungsfähigkeit. Beides ist aus heutiger Sicht jedoch nicht haltbar.[1] Zur Regeneration und Anpassung benötigen verschieden Organe und Funktionssysteme unterschiedliche Zeiträume, was von dem Superkompensationsmodell allerdings nicht berücksichtigt wird.[1] Beispielsweise ist die Füllung der Kreatinphosphatspeicher auch nach intensiver körperlicher Beanspruchung nach wenigen Minuten abgeschlossen, Prozesse zur Regeneration von Mikrotraumata können jedoch Tage dauern. Ein genauer Zeitpunkt wann der neue Trainingsreiz gesetzt werden sollte, ist durch das Superkompensationsmodell demnach nicht zu bestimmen.

Das Modell der Superkompensation ist zu simplifiziert um eine gezielte Trainingssteuerung in der Praxis zu gewährleisten.

Einzelnachweise

  1. Hottenrott, K., Hoos, O., (2013). Sportmotrische Fähigkeiten und sportliche Leistung - Trainingswissenschaft. In: Sportwissenschaft. Hrsg. Güllich, K., Krüger, M., Berlin: Springer Verlag
  2. Campbell, N.A. (2000). Biologie. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag GmbH.
  3. Boeckh-Behrens, W.U., Buskies, W. (2000). Fitness-Krafttraining. Die besten Übungen und Methoden für Sport und Gesundheit. Berlin: Rowohlt.
  4. Ehlenz, H., Grosser, M., & Zimmermann, E. (2003). Krafttraining (7). München: BLV Verlag.