Ultraviolettstrahlung  

Erklärung und Einteilung

Der zunehmende Abbau der schützenden Ozonschicht gilt als ökologisches Problem, da die Ozonschicht die Erdoberfläche vor schädigender Ultraviolettstrahlung (UV-Strahlung) schützt (Wellenlängen von 100-400nm). UV-Strahlung ist elektromagnetische, unsichtbare Strahlung die als kurzwellige Strahlen der Sonnenstrahlung oder aus künstlichen Quellen (z.B. industrielle UV-Strahlersysteme, Solarien, Schwarzlichtlampen u.a.) stammen. Die UV-Strahlung last sich in drei Wellenlängen kategorisieren:

  • UV A (315-400 nm)
  • UV B (280-315 nm)
  • UV C (100-280 nm).

Da die gesamte UV C und 90% der UV B Strahlung von der Ozonschicht, Wasserdampf, Sauerstoff und Kohlendioxid absorbiert werden, trifft v.a. die UV A und der geringe Teil der UV B Strahlung auf die Erdoberfläche. Die Summe der Strahlung ist nie konstant, da das Wetter (Wolken oder Nebel) und die Ozonschichtdicke eine variable Einstrahlung bewirken. Außerdem bestimmen Oberflächenreflektionen (z.B. Schnee, Wasser oder Sand) und atmosphärische Schadstoffe die UV Stärke. Mit einer Zunahme der Höhe um 1 km nehmen die UV Level um 6% zu.[1]

Da UV-Strahlung Erbgut-schädigende Wirkung besitzt,[2] dient der UV-Index (Werte von +1 bis +11)[3] der Risikourteilung und beinhaltet die Gesamtheit der oben genannten Variablen. Ein weiteres Maß zur Beurteilung der Lichtempfindlichkeit der Haut gegenüber der Einstrahlung ist die MED (minimale Erythem Dosis; Dosis um eine Hautrötung zu erzielen). Die „World Meteorological Organisation (WMO)” hat Richtlinien erstellt, die die UV B-Belastungen anhand ihrer Auswirkungen auf den menschlichen Organismus kategorisieren: ganzjährig sollten „moderate MED“-Level nicht überschritten werden.

Charakteristik Minimale Erythem Dosis (MED)
moderat 0 bis 7
hoch 7 bis 14
gefährlich 14 bis 24
sehr gefährlich über 24

Auswirkungen und Präventionsmaßnahmen

Übermäßige Belastungen durch Sonneneinstrahlung werden mit verschiedenen Arten von Hautkrebs, beschleunigter Hautalterung, Augenerkrankungen und einer reduzierten Effektivität des Immunsystems in Verbindung gebracht.[4] Ein adäquater Sonnenschutz gilt demnach als Vorsichtsmaßnahme gegenüber der schädigenden UV-Strahlung. Dazu zählt das Tragen einer Sonnenbrille zum Schutz der empfindlichen Netzhaut,[5] entsprechende Kleidung zum Schutz der ausgesetzten Hautstellen und eine Kopfbedeckung. Das Auftragen von Sonnencremes mit mindestens SPF 15+ ist außerdem empfehlenswert.[1] Besonders wichtig gilt der Sonnenschutz für Outdoor-Athleten mit hoher Sonnenexposition wie bspw. Skifahrern, deren Risiko durch die Höhenlage und die reflektierende Eigenschaft des Schnees erhöht ist.[4]

Einzelnachweise

  1. Rehfuess, E., Global solar UV index: A practical guide. A practical guide2002, Geneva, Switzerland: World Health Organization.→ http://www.who.int/uv/publications/en/UVIGuide.pdf
  2. Cadet, J., E. Sage, and T. Douki, Ultraviolet radiation-mediated damage to cellular DNA. Mutation research, 2005. 571(1-2): p. 3-17.→ http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15748634
  3. Italia, N. and E.A. Rehfuess, Is the Global Solar UV Index an effective instrument for promoting sun protection? A systematic review. Health Educ Res, 2012. 27(2): p. 200-213.→ http://her.oxfordjournals.org/content/27/2/200.full
  4. Moehrle, M., Outdoor sports and skin cancer. Clinics in dermatology, 2008. 26(1): p. 12-15.→ http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18280899
  5. Reichow, A.W., K. Citek, and R.F. Edlich, Ultraviolet and short wavelength visible light exposure: why ultraviolet protection alone is not adequate. Journal of long-term effects of medical implants, 2006. 16(4): p. 315-325.→ http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17073573