Validität  

Validität (engl.: Validity; lateinisch: validus, „kräftig“, “wirksam“) ist neben Reliabilität und Objektivität eines der Hauptgütekriterien für Testverfahren, Messinstrumente und ähnlichem. Diese Kriterien sind von Bedeutung, da in der klassischen Testtheorie davon ausgegangen wird, dass alle Messwerte zumindest fehlerhaft oder gar gänzlich falsch sind [1]. Werden die Gütekriterien von einem Test/einem Messinstrument erfüllt, so wird dessen Fehlerwert verringert[1].

Unterteilung der Validität

Die Validität  gilt als das wichtigste Hauptgütekriterium. Weiter unterteilt wird sie in 1) logische/inhaltliche Validität, 2) Kriteriumsvalidität und 3) in Konstruktvalidität unterteilt [2].

Logische Validität

Die logische Validität gibt an, ob ein Testverfahren wirklich das misst, was es zu messen vorgibt [3]. Ein logisch valider, physiologischer Test im sportwissenschaftlichen Kontext simuliert eine der Zielsituation möglichst ähnliche Belastung. Die Bestimmung der logischen Validität wirft aber eine Problematik  auf: Es fehlt an einem echtem Kriterium zu dessen Bestimmung [4].  So können zwar Expertenmeinungen eingeholt werden, welche die logische Validität beurteilen[1], dies würde jedoch eine Abhängigkeit von den Experten mit sich bringen und könnte bei Befragung unterschiedlicher Experten zu unterschiedlichen Beurteilungen führen. Zudem sind  sportliche Aktivitäten häufig sehr komplex. Daher gestaltet es sich als äußerst schwierig, die entsprechende Situation wirklich in einem Test zu simulieren [2].

Bezogen auf Testverfahren kann dennoch im allgemeinen festgehalten werden, dass Tests, die bis zur Erschöpfung des Probanden gehen, im Vergleich zu Tests mit einer Zeitvorgabe eine geringere logische Validität aufweisen [2].

Kriteriumsvalidität

Die Kriteriumsvalidität setzt das Ergebnis des Testverfahrens/des Messinstruments in Verbindung mit einer weiteren, außerhalb des Tests liegenden Variablen [3]. Das Testverfahren/Messinstrument soll durch eine möglichst hohe Korrelation mit der weiteren Variablen validiert werden. Dabei wird nochmals zwischen Übereinstimmungs- und Vorhersagevalidität unterschieden. Bei letzterer liegt die weitere Variable zum Testzeitpunkt noch nicht vor [3]. Vielmehr kann beispielsweise durch das Testergebnis eine Vorhersage über die entsprechende Variable im Wettkampf getroffen werden [2]. Beispielsweise lässt sich durch die Bestimmung der maximalen Sauerstoffaufnahme (VO2max) ein Potenzial ableiten, welches der Athlet in der Wettkampfsituation abrufen kann [5]. Bei der Übereinstimmungsvalidität hingegen liegt die weitere Variable schon während der Testung vor und wird direkt mit dessen Ergebnis korreliert [2]. Beispielsweise wird ein Ergebnis aus einer Labortestung direkt mit einer vorangegangenen Wettkampfleistung verglichen.

Auch bei der Kriteriumsvalidität ergibt sich das Problem, ein echtes Kriterium zu finden, welches die vom Testverfahren/Messinstrument zu erfassende Variable hinreichend repräsentiert [3]. In der Praxis wird häufig  versucht, durch den Vergleich von verschiedenen physiologischen Parametern während der Zielsituation und des Testverfahrens eine Begründung der Kriteriumsvalidität herbeizuführen [6].

Konstruktvalidität

Die Konstruktvalidität versteht sportliche Leistung als hypothetisches Konstrukt und gibt an, bis zu welchem Grad dieses Konstrukt gemessen werden kann [2][3]. Es gibt zwar verschiedene Ansätze zur Bestimmung der Konstruktvalidität, jedoch kann keiner diese genau definieren [1]. Currel und Kollegen (2008) zufolge kann durch die Testung zweier Stichproben aus gleicher Population eine Konstruktvalidität abgeleitet werden [2], wenn der Test in der Lage ist, gute von schlechten Sportlern zu unterscheiden. Singer (2003) argumentiert hingegen, dass die Konstruktvalidität umstritten und ein nicht gänzlich klares Konzept ist [3].

Trotz der erschwerten Bestimmbarkeit ist die Konstruktvalidität ein anerkannter Bestandteil der Validität und sollte bei der Entwicklung und Verwendung von Tests mit bedacht werden.

 

Einzelnachweise

  1. Bös, K. (1987) Handbuch sportmotorischer Tests. Göttingen: Verlag für Psychologie.
  2. Currell, K & Jeukendrup, AE. (2008). Validity, reliability and sensitivity of measures of sporting performance. Sports Medicine 38 (4), 297-316.→ http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18348590
  3. Singer, R, Ungerer-Röhrich, U. (2003). Test. In Röthig P, Prohl, R., Carl, K., Kayser, D., Krüger, M., Scheid, V. (Hrsg.), Sportwissenschaftliches Lexikon (S. 594-597). Schorndorf: Hoffmann Verlag.
  4. Hachana, Y., Chaabene, H., Nabli, MA., Attia, A., Moualhi, J., Farhat, N & Elloumi, M. (2013). Test-retest reliability, criterion-related validity, and minimal detectable change of the illinois agility test in male team sport athletes. Journal of strength and conditioning research / National Strength & Conditioning Association 27 (10), 2752-2759→ http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23439329
  5. Astrand, P-O, Rodahl, K., Dahl, HA. & Stromme, SB. (2003) Textbook of Work Physiology (Fourth Edition). Windsor: Human Kinetics.
  6. Buchheit, M., Lefebvre, B., Laursen, PB & Ahmaidi, S. (2011). Reliability, usefulness, and validity of the 30-15 Intermittent Ice Test in young elite ice hockey players. Journal of strength and conditioning research / National Strength & Conditioning Association 25 (5), 1457-1464.→ http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21522077